Aufgabe von Siena (1955)

Italien im Juni 1944. Die Deutschen befinden sich auf dem Rückzug vor den alliierten Truppen, Siena wird geräumt. Bei einem Angriff durch Jagdbomber wird ein deutscher Soldat tödlich getroffen. Ein Gefreiter, der den Angriff überlebte, will die Leiche des Fremden nicht einfach auf der Straße liegen lassen und verbirgt sie unter einer Zeltplane im Beiwagen seines Motorrades, in der Hoffnung, jemanden zu finden, der den Mann begräbt. Doch keiner der Angesprochenen, weder im Lazarett noch auf dem Friedhof und auch nicht auf dem Hauptverbandsplatz will sich des Toten annehmen. Vielmehr werden die Menschen, denen der Gefreite begegnet, beim Anblick des Soldaten unter der Zeltplane, an einen Bekannten, Verwandten oder Geliebten erinnert, an dessen Verschwinden oder Tod sie indirekt Schuld tragen. Keiner der Angesprochenen ist bereit, den Toten zu begraben, um dadurch die eigene Schuld auszugleichen. Nur einer, ein Pfarrer, den der Gefreite zufällig trifft, sieht in seiner Hilfe die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen.

Produktionen:

SWF, Erstsendung: 06.09.1955 ORF Tirol, Erstsendung: 07.01.1956 RB, Erstsendung: 30.05.1956 SR Stockholm, Erstsendung: 10.08.1956 NDR, Erstsendung: 26.07.1959

Literatur:

Hagen Schäfer: Das Hörspielwerk Fred von Hoerschelmanns, Berlin 2013, S. 212-224.