Das Schiff Esperanza (1953)

Das Tippen einer Schreibmaschine, Signale von Hafenschleppern, ein junger Mann sucht eine Heuer als Leichtmatrose. Nur ein Schiff steht zur Abfahrt bereit, um das sich ein dunkles Geheimnis rankt. – So beginnt Das Schiff Esperanza, das gemessen an der Zahl der Produktionen im In- und Ausland bekannteste deutsche Hörspiel weltweit. Die zentralen Konflikte um illegale Einwanderung, Menschenhandel und Generationendissens sind aktueller denn je. Das Packende des realistischen Stoffes, die Dramatik und die gezielte Akustik erzeugen die für Das Schiff Esperanza charakteristische Spannung eines kriminalistischen Reißers.

Als Axel auf der „Esperanza“ anheuert, macht er die Entdeckung, dass Grove, der Kapitän des Schiffes, sein Vater ist, den er aus den Augen verloren und dreizehn Jahre nicht gesehen hat. Kapitän Grove, der auf die schiefe Bahn geraten ist und vor Jahren eine Gefängnisstrafe für den Diebstahl einer Schiffskasse hat absitzen müssen, versucht, seine Vergangenheit und sein dunkles Gewerbe vor dem Sohn zu verbergen. Bald aber stößt Axel in einem dunklen, stickigen Raum auf sieben illegale Passagiere und erfährt von ihnen, dass der Kapitän ihnen für viel Geld versprochen hat, sie an der amerikanischen Küste abzusetzen. Zwischen Vater und Sohn entspinnt sich eine folgenschwere Auseinandersetzung.

Das Hörspiel Das Schiff Esperanza wurde, weil es prototypisch gattungsspezifische und dramaturgische Eigenschaften in sich zu vereinen und damit die mediale Komponente der Literatur beispielhaft darzustellen scheint, in den Kanon der Pflichtlektüre im Deutschunterricht allgemeinbildender Schulen aufgenommen.

Produktionen:

SDR, Erstsendung: 25.03.1953 NWDR, Erstsendung: 26.03.1953 RTV Slovenija Ljubljana, Erstsendung: 21.09.1954 Statsradiofonien København, Erstsendung: 22.02.1955 ORF Wien, Erstsendung: 02.12.1960 SWF, Erstsendung: 22.08.1964 DW, Erstsendung: 24.11.1988

Veröffentlichungen (Print):

Das Schiff Esperanza. In: Hörspielbuch IV, hrsg. v. SDR, Frankfurt a.M. 1953, S. 103-150. Das Schiff Esperanza. In: Heinz Schwitzke (Hrsg.): Sprich, damit ich dich sehe. Sechs Hörspiele und ein Bericht über eine junge Kunstform, München 1960, S. 91-130. Das Schiff Esperanza. Mit einem Nachw. v. Paul Dormagen, Paderborn 1961. Das Schiff Esperanza. Mit einer Einführung v. Margot Küsel, Frankfurt a.M. 1964. Das Schiff Esperanza. Mit einem Nachw. v. Heinz Schwitzke, Stuttgart 1967. Das Schiff Esperanza, hrsg. v. Max Kämper, Stuttgart 2016.

Veröffentlichungen (Audio):

Produktion SWF 1964: Pidax film media 2015, ISBN: 4-260158-195980 Download (Produktion SDR 1953): https://www.swr-shop.de/radio/swr2/das-schiff-esperanza

Literatur:

Hagen Schäfer: Das Hörspielwerk Fred von Hoerschelmanns, Berlin 2013, S. 121-128, 134-149.

Hans-Ulrich Wagner: Radio-Romancier: Fred von Hoerschelmann und die Entstehung des Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ (Link)