Der Hirschkäfer (1952)

Eva Zeiger hat von ihrem in den letzten Kriegstagen gefallenen Ehemann ein Sägewerk geerbt, das ihr, die auf der Flucht nur ihr eigenes und das Leben ihres 1944 in Posen adoptierten Sohnes Stefan hatte retten können, einen wirtschaftlichen Neubeginn ermöglichte. Ihr Schwager Bernhard, der die Geschäftsführung des Sägewerkes während des Krieges vertretungsweise für seinen Bruder übernommen hatte, sieht sich durch Evas rechtmäßigen Anspruch auf den Besitz des Unternehmens seiner Hoffnung beraubt, die Leitung des Sägewerkes an seinen Sohn Peter vererben zu können. Einen besonderen Groll hegt er deshalb gegen Evas potentiellen Erben, den achtjährigen Stefan. Er glaubt, dass Stefan das Kind polnischer Eltern sei und zweifelt an der Rechtmäßigkeit der Adoption. Er informiert die Behörden, woraufhin Eva aufgefordert wird, die Adoptionsurkunde vorzulegen, was sie nicht kann. Kann sie nicht nachweisen, dass die leiblichen Eltern des Jungen die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, wird, so die amtliche Argumentation, davon ausgegangen, dass es sich um polnische Bürger handelte, Stefan somit als verschlepptes Kind anzusehen und nach Polen zurückzuführen ist. Eva sieht sich in einer ausweglosen Situation. Kann Peter, der von der Intrige seines Vaters erfährt, ihr helfen?

Produktion:

RB, Erstsendung: 18.06.1952

Literatur:

Hagen Schäfer: Das Hörspielwerk Fred von Hoerschelmanns, Berlin 2013, S. 271-275.