Urwald (1932)

Derguen, der Besitzer der im Urwald liegenden Kolonistenstelle Paradiso, leidet an der Diskriminierung, die er aufgrund seiner Hautfarbe in der Öffentlichkeit erfahren muss. Einzig bei seiner Frau Anna, der Tochter der benachbarten weißen Siedler, findet er Anerkennung, Vertrauen und Liebe. Kurz vor ihrer Heirat hatte der aus Europa stammende Martin die Bewirtschaftung der kleineren Nachbarsiedlung übernommen und die wesentlich ältere Witwe Christine, Annas Mutter, geheiratet. Was Derguen und Christine nicht wissen, ist, dass Martin und Anna ineinander verliebt sind, sich aber, um die Bindung mit Christine nicht zu sprengen und um die Arbeit auf der Kolonistenstelle nicht zu gefährden, sich trennten. Martin stürzte sich in die Arbeit auf der Pflanzung. Anna heiratete Derguen und zog zu ihm nach Paradiso. Mit der Heirat hatte Anna nicht nur die illegitime Verbindung mit Martin endgültig beenden, sondern auch der harten Arbeit auf dem elterlichen Gut entfliehen wollen. Ihrem Wunsch gemäß überlässt Derguen sein Land der wuchernden Natur. Damit entzieht Derguen nicht nur Martin, dessen wesentlich kleineres Landgut vom wirtschaftlichen Erfolg der größeren Besitzung abhängig ist, sondern auch sich selbst die Lebensgrundlage. Eine Pflanzung, auf der nicht in ausreichendem Maße Produkte erwirtschaftet werden, verliert ihre Handelsverbindung, was sehr bald den Konkurs zur Folge hat. Grund genug für Martin, den labilen Derguen herauszufordern, während Christine den Entschluss fasst, den Urwald verlassen – eine Chance für Anna?

Produktion:

ORAG, Sendung: 08.06.1932

Literatur:

Hagen Schäfer: Das Hörspielwerk Fred von Hoerschelmanns, Berlin 2013, S. 91-95.